Ob auf der „Eurocucina“ oder „Fuori Salone“, man rückt zusammen: extralange Tische als Zeichen von neuer Geselligkeit gab es in Mailand viele zu sehen.

07.04.2014 - Mailänder Impressionen

Die Möbelmesse bot dieses Jahr „Salone del Mobile“ und „Eurocucina“ im Doppelpack an. Beste Gelegenheit also zu schauen, was italienische Hersteller im Küchenmöbel- und Möbelbereich vorzustellen hatten. Hier die Eindrücke des Projektteams, das vor Ort als Trendscout unterwegs war.

Vorneweg gleich unser Favorit: die Kü­chen- und Esszimmer-Kollektion „Lando Convivio“, entworfen von Enzo Berti. Die Manufaktur Lando aus Vicenza bietet tolle Materialkombinationen aus Kiefer, Edelstahl und pulverbeschichteten Regalen. „Skandina­vien trifft 1960tees“. www.madeinlando.it.

Die innovativsten Küchenmöbler: valcucine mit einer teilweise radikalen Produktpalette. „Invitrum“ von 2009 (!) wirkt wie gemacht für die urbane Bevölkerung, die oft umzieht und dabei die Küche mitnehmen möchte. Der „Meccano-Bausatz“ ist nach strengen Nachhaltigkeitsvorgaben entwickelt und voller pfiffiger Ideen. Wir waren allerdings erschrocken, wie unfertig und grob vieles bei dieser Küchenserie immer noch wirkt. Der Film: www.recyclablekitchen.com.
Die Wiederbesinnung auf handwerkliche Werte auch in der industriellen Fertigung prägt die Serie „Sinetempore“. Individualisierung und Emotionalität in der Küche neu erdacht. Man darf auf die Weiterentwicklung gespannt sein. www.valcucine.com/de.

Beste Inszenierung: Schiffini „Pampa“, mit Alfredo Häberli. Erstaunlich, wie der Schweizer Designer Farbe und Alltagsmöbel einsetzt, um selbst weißen Küchen ein Höchst­maß an emotionaler Präsentation zu verleihen. www.schiffini.com.

Luxusküchen: die „alten Meister“ machen es vor: Fendi-Küchen mit hochwertigstem Materialmix und Besessenheit zum Detail, ebenso Dada/Armani. Sind die Modemacher doch die besten Markenbildner? www.fendi.com/us/en/collections/fendi-casa/catalog/kitchen-area.

Materialtrends: warme Metallic-Töne (Dada/Armani) | schlanke Ma­terialkombinationen mit Metallstrukturen (Snaidero) | Naturholzfronten | Arbeits­platten aus strukturiertem Mineralwerkstoff oder Naturstein| Art Déco-Feeling mit warmen Steintönen (Toncelli), geometrische Applikationen, üppige Ausstattung.
Aufgefallen: zum Einsatz kommen offene Regale zur Stauraumoptimierung und als willkommener Akzent (z.B. Snaidero). Metall als Struktur scheint generell angesagt zu sein (z.B. Alno Inox). Den Beschlägen (versenkbare Schwenktüren) und elektri­schen Öffnungshilfen (im Oberschrankbereich) wird immer mehr zugetraut. Ob nur für die Messe oder auch alltagstauglich bleibt dahingestellt. Der Dauerläufer „griff­lose Küche“ wird ergonomischer: größere Materialstärken der Fronten und ange­schrägte Arbeitsplatten machen Greifen wieder zum Erlebnis.

Wohnmöbel: Moroso „best in class“: Der legendäre italienische Möbelhersteller zeigt mit seinem Messe­stand, wie man sich „Moroso“ fühlen soll: bunt, demokratisch, inspiriert. Patricia Urquiola entwarf einen höchst atmosphärischen Messestand, in dem ein Potpourri an unkonventionellen Möbeln seinen Platz fand. Der Reichtum an aufeinander abge­stimmten Farb- und Textilkompositionen und die strukturale Vielfalt machten den Besuch auf dem Messestand zu einem Fest für die Sinne. www.moroso.it.

Geht gar nicht: die beiden Küchen von Karim Rashid, einmal für Rastelli (Eurocuci­na), einmal für Corian (Fuori Salone). www.rastellicucine.it/de/kollektionen/kook/#3

Als Ansporn für deutsche Küchenmöbelhersteller zu einem noch stärkeren ge­meinsamen internationalen Auftritt kann sicherlich die Kommunikationsplattform „KitchenSoulDesign“ unter dem Projektnamen „L’Italia che vive“ dienen, bei der führende italienische Küchenmöbelhersteller ihr Erbe, Selbstverständnis und die spezifische „Seele“ der italienischen Küche darstellen. Klischeereich, aber für die Übersee-Zielmärkte sicherlich wirkungsvoll. www.italiachevive.it/en.

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