Die Studierenden Rickard Niemeyer und Martin Heister (v.l.) erläutern ihre Arbeit aus dem „kitchen lab“

Zahlreiche Vertreter aus Industrie, Forschung und Wissenschaft waren anlässlich der Vorstellung des „kitchen lab“ zu Gast am Messestand der Hochschule Ostwestfalen-Lippe auf der area30.

v.l.n.r.: Sandra Lagoudis, Helene Blumenschein (beide Poggenpohl Möbelwerke GmbH) und Juan Arroyo (Industriedesigner und Designübersetzer) diskutieren über das Thema „Luxuskompakt-Küche“.

17.09.2014 - Studierende denken Küche

Neue Impulse für die Küchenmöbelindustrie: Vorstellung des „kitchen lab“ auf der area30

Auf Luxus in kompakter Form setzen die Studierenden des Studiengangs Holztechnik. An der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo haben sie eine innovative und hochwertige Kompaktküche entwickelt. Auf der Orderfachmesse area30 stellten sie ihr Projekt „kitchen lab“ jetzt den Expertinnen und Experten aus der Küchenmöbelindustrie vor.

„Wir suchen passende Partner aus der Industrie, mit denen wir unsere Luxuskompakt-Küche umsetzen und auf der Living Kitchen 2015 in Köln präsentieren können“, erläuterte Professor Martin Beeh beim Netzwerkabend des Projektes kitchen miles and more auf der Messe in Löhne. Das „Küchenlabor“ stand unter dem Motto „Studierende denken Küche“. Dabei entwickelten die Studierenden nicht nur eigenständig ein Küchenmodell, sie dokumentierten den Entwicklungs- und Designprozess auch bis ins Detail. Das Küchenkonzept bricht dabei mit herkömmlichen Vorstellungen von Luxus. Auf einer Fläche von weniger als zwei Quadratmetern ist die gesamte Küche untergebracht. Ein ausziehbarer Backofen, eine Spül- und eine Kühlschublade sind dabei nur einige der extravaganten Ausstattungsobjekte. Ein Hängeschrank mit hinterleuchteten textilen Elementen ist der Blickfänger der Küche. So viel Innnovation hat natürlich ihren Preis. Die Studierenden und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna-Katharina Spielvogel konzentrierten sich daher bei der Planung auf die Bedürfnisse von Kunden im Luxussegment: Urban lebende, beruflich erfolgreiche Männer, die zwar selten kochen, aber Wert auf eine hochwertige Ausstattung legen. „Eine kleine aber hochprofitable Zielgruppe, die gerne bereit ist, für exzellente Produktlösungen auch den angemessenen Preis zu zahlen“, fasste Beeh das Ergebnis der Diskussionen mit Händlern, Zulieferern und Herstellern zusammen.

Die Experten aus der Praxis waren vom Erfindergeist der Studierenden angetan. Berthold Müller, Leiter der Produktentwicklung bei Alno, lobte nicht nur die „vielen interessanten Ansätze“ und das „beeindruckende Fachwissen der Studenten“. „Auch der Hängeschrank begeistert mich“; fügte er hinzu. Michael Dittberner, Leitung Produktentwicklung und Produktmanagement bei Häcker Küchen, nutzte beim Netzwerkabend die Gelegenheit, mit den Studierenden in den Dialog zu treten. „Ich finde es gut, wenn auch provokante Themen angegangen werden.“ Die Umsetzung der Luxuskompakt-Küche stufte er dagegen als „schwierig“ ein. „Das Produkt spricht nur einen kleinen Markt an.“

Als Studentin im Studiengang Holztechnik hat sich Nadine Woköck am Projekt „kitchen lab“ beteiligt. Das Projekt fand semesterübergreifend im Rahmen der Kurse Küchengestaltung, Designmanagement sowie Möbeldesign und Möbelentwicklung im Studienschwerpunkt Möbelbau und Möbelentwicklung statt. Arbeitsabläufe zu untersuchen war dabei ebenso wichtig wie die Dokumentation des internen Prozesses und der Bau eines Modells. Für Nadine Woköck war diese Erfahrung so spannend, dass sie entschied, sich beruflich auch weiterhin mit dem Thema Küche zu beschäftigen. „Mein Praxissemester mache ich bei Poggenpohl“, sagt sie. „Mich interessiert besonders der Bereich Design und Produktentwicklung.“

Prof. Martin Beeh: „Die Vorstellung des „kitchen lab“ hat gezeigt, dass die Branche offen und neugierig ist für neue Impulse. Es ging uns nicht darum, Küche „besser“ zu gestalten, denn dies können die großen und kleinen Champions der deutschen Küchenmöbelindustrie sowieso. Es ging vielmehr darum, im Rahmen des „Labors“ neue Wege zu erforschen, dabei die nutzer- und prozessorientierten Entwicklungsschritte in der Praxis anzuwenden und nach Lösungen zu suchen, die Antworten auf die wichtigen Fragen im Markt geben. Die vielen, sehr offenen Gespräche mit den Fachbesuchern haben uns in dem Weg bestätigt. Sicherlich gehen wir auch bald die Themenfelder „kompakt und barrierefrei“ und „kompakt und Erst-Küche“ an. “Beeindruckend war, wie engagiert und kundig die Studierenden der Holztechnik ihr Projekt präsentierten.“

ARCHIV

 

Hochschule Ostwestfalen-Lippe auf der Living Kitchen 2015 in Köln

Referenten Studierende denken Küche

Ort Living Kitchen, Köln

 

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Netzwerkabend 07

Referenten Studierende der Hochschule OWL des Studiengangs Holztechnik

Ort Orderfachmesse area30, Löhne

 

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Kitchen Lab auf der area30

Kitchen miles and more

Ort Orderfachmesse area30, Löhne

 

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Netzwerkabend 06

Referenten Christine Lacroix, Plagiarius Consultancy GmbH | Dr. Thorsten Graf, Patentanwalt, Herford

Ort Museum Plagiarius, Solingen

 

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