Trends in Design und Material - oder: Lebt das noch?

Am 11. Juli trafen sich mehr als dreißig interessierte Gäste aus der Küchenmöbelindustrie, der Zulieferindustrie und der Kreativbranche, eingeladen zum zweiten Netzwerkabend des Forschungsprojektes kitchen miles and more der Hochschule OWL und von Gastgeberin Katrin Neelsen von neelsen designmanagement. Im anregenden Ambiente des Servicepoint A30, der in der Möbelindustrie bekannt ist als Plattform für Inspiration und Information, fand die Abendveranstaltung statt.

Dipl.-Ing. Katrin Neelsen stellte einen Auszug aus dem Trendfilter 2012 vor und begeisterte mit neuen Themen, Farben und Erkenntnissen. Die Innenarchitektin und weitreisende Trendforscherin gab einen kompakten Überblick über mögliche Zukunftsimpulse für die Küchenmöbelindustrie. Eindrücklich erklärte Katrin Neelsen die Auswirkungen des demographischen Wandels und verwies auf die neuen Herausforderungen an das Leben und Wohnen von morgen.

Dr. Sascha Peters referierte über innovative Materialien: Schaumstoffe, die aus Pilzkulturen wachsen, Granitplatten, die sich mithilfe von Hefepilzkulturen formen und vieles mehr hatte der renommierte Materialforscher aus Berlin im Gepäck. Sein Vortrag „Material Revolution“ wurde mit viel Interesse aufgenommen. Es wurde beschaut, getastet und gerochen. Nach anfänglicher Skepsis, insbesondere bei den ‚wachsenden Bioschaumstoffen‘ war die Neugierde aller geweckt. „Versuchen Sie es mal kaputt zu machen“, rät Dr. Sascha Peters und reicht eine Kunststoffbrille aus biologischem Hochleistungskunststoff in die Runde. Gerade in Hinblick auf die stetig sinkenden Rohölreserven und die gleichzeitig stark steigenden Preise ist es heute besonders wichtig, über nachwachsende Rohstoffe und deren innovative Möglichkeiten nachzudenken, berichtet der Inhaber von Haute Innovation. Von Kaffeetassen aus Kaffeesatz, Papier aus Resten der Apfelsaftherstellung bis hin zur antibakteriellen Oberfläche reichte die Spanne. „Materialien, die aus Abfallstoffen hergestellt werden, die in der Küche entstehen, und diese dann wieder in den Kontext Küche zu bringen, das ist Nachhaltigkeit.“ so Dr. Sascha Peters.

Professor i.V. Martin Beeh betonte die Wichtigkeit des Netzwerkens und des gemeinsamen Erarbeitens relevanter Innovationsthemen. Er lud gleich zum Designmanagement-Symposium 2012 am 10. Oktober an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe ein. „Die Studierenden der Holztechnik sind der Nachwuchs für die Küchenmöbelindustrie. Deswegen begrüßen wir auch die intensive Zusammenarbeit der Küchenmöbelindustrie mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.“ sagt der Professor für Designmanagement.

Schwerpunkt des Netzwerkabends des Projektes kitchen miles and more waren nachhaltiges Gestalten und nachhaltige Materialien, die immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Dies bestätigt auch Katrin Neelsen: “Gerade Studierende der Innenarchitektur sind sich der Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit sehr bewusst. Und sie sind die zukünftigen Entscheider!“

Kitchen miles and more unterstützt Unternehmen der deutschen Küchenmöbelindustrie im operativen Designmanagement. Um die stetige Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern, veranstaltet das Projektteam um Professor i.V. Martin Beeh und Dipl. Ingenieurin Christine Aengeneyndt Netzwerkabende für Wissenstransfer, Seminare und Workshops zur Weiterbildung sowie das jährliche Designmanagement-Symposium. „Besonders spannend an meiner Arbeit ist der vielfältige Kontakt zur Küchenmöbelindustrie, bei unseren Veranstaltungen wie dem heutigen Netzwerkabend findet ein intensiver Austausch statt.“ sagt Christine Aengeneyndt.

Die Bedeutung des Austauschs mit Partnern aus der Industrie betont auch Michael Dittberner von Häcker Küchen und ergänzt: „Es ist toll, wenn man an Netzwerkabenden die Möglichkeit hat wach zu werden für bestimmte Themenbereiche.“ Heiko Ellersiek von Ballerina Küchen zeigt sich begeistert von den Referenten und Jochen Kuhlmann von RWK Küchen fügt hinzu: “Es ist gut, dass wir uns hier fernab vom Tagesgeschäft treffen können und unsere Gedanke um Themen kreisen lassen, die uns in absehbarer Zeit betreffen werden.“

Das Projekt läuft drei Jahre und wird vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der europäischen Union gefördert. Die Leitung hat Prof. i.V. Dipl. Des. Martin Beeh inne, unterstützt wird er dabei von Dipl.-Ing. Christine Naumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule.