Szenariotechniken – Zukunftschancen erkennen und gestalten

Heute schon wissen, wie Märkte morgen aussehen: Szenariotechnik macht das möglich. Hanna Rammig von der Scenario Management International AG (ScMI) hat jetzt mit Mitgliedern des Projektes „kitchen miles and more“ an der Hochschule OWL Szenarien für die Zukunft entwickelt.

Professor Martin Beeh brachte Führungskräfte aus der Küchenindustrie und Studierende der Hochschule für das Kooperationsprojekt zusammen. „Designmanagement ist ein wichtiger Teil der strategischen Zukunftsplanung eines Unternehmens. Sich professionell und systematisch mit den richtigen Zukunfts-Werkzeugen auszustatten und diese konsequent anzuwenden, gehört heute zur unbedingten Verantwortung von Führungskräften und ihren Mitarbeitern“, erklärt er, was ihn an diesem Thema fasziniert.

Das ScMI mit Sitz in Paderborn bezeichnet sich als Spezialist für Zukunftsmanagement und einen der Marktführer für Szenariotechnik. Zu den Kunden gehören Industrieunternehmen ebenso wie Behörden und Hochschulen. Für Diplom-Kauffrau Hanna Rammig gibt es sie es nicht, „die“ Zukunft. Sie unterscheidet zwischen unterschiedlichen Modellen. Krise, Konsum oder Verzicht: Jedes Szenario bietet Chancen und Risiken. Diese abzuwägen ist schwierig, aber möglich. Einzelne Perspektive werden systematisch auf ihre Gegenwartsnähe, Zukunftserwartung und Wunschentwicklung untersucht.

Am Beispiel des fiktiven Unternehmens „Die Küche GmbH“ betraten die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer den so genannten „Zukunftsraum“. Im Mittelpunkt standen dabei zwei Fragen: Wie werden Menschen im Jahr 2040 wohnen? Wie werden sie sich ernähren? Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer begegneten den Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte mit innovativen Ideen. Mit kompakten Küchen für Singles auf kleinen Raum, Internetvertrieb und Stationärhandel als Luxusgut machen sie ihr Unternehmen fit für die Zukunft.

„Über den Tellerrand hinauszuschauen“ ist bei dieser Methode laut Hanna Rammig besonders wichtig. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben, betonte die Senior Managerin. Auch wenn ein Szenario unwahrscheinlich erscheine, könne es eintreten – sogar schneller als erwartet: „Vor fünf Jahren dachte noch niemand an einen Zusammenbruch des Euro. Vergangenes Jahr sah das schon anders aus“, gab sie ein Beispiel.

Praktisch bedeutet das: Wer sich optimal auf wandelnde Märkte einstellen will, sollte regelmäßig seine Strategien überprüfen. „Am besten alle zwei Jahre“, riet Hanna Rammig den Vertreterinnen und Vertretern der Küchenindustrie. Für die Studierenden der Hochschule OWL hatte die Expertin ebenfalls einen Rat: „Seien Sie neugierig auf die Zukunft. Wenn Sie sich mit der Materie beschäftigen, werden Sie erkennen, was Sie selbst in der Hand haben.“

Professor Martin Beeh war von den Ergebnissen des Workshops begeistert: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten auf lehrreiche und zugleich unterhaltsame Weise von Frau Rammig erfahren, dass die Zukunftsmethode Szenariotechnik alle angeht. Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Küchenmöbelindustrie und den Studierenden, dass sie die Methode schon bald konkret anwenden können. Damit werden sie dazu beitragen, positive Zukunft zu gestalten.“

Der Workshop „Szenariotechnik“ war die dritte Veranstaltung des Kooperationsprojektes „kitchen miles and more“ in diesem Jahr. Das Projekt unterstützt Mitglieder der Marketinggemeinschaft Küchenmeile A 30 e.V. bei der Entwicklung des strategischen und operativen Designmanagements. Es wird gefördert durch die Europäische Union - Investition in unsere Zukunft - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH).