And the winner is... Studierende entwerfen Küche der Zukunft

"Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat“ (Mark Twain) – getreu diesem Motto hatten sich 25 Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur der Hochschule OWL mit der Frage auseinander gesetzt, wie die Küche von morgen aussehen könnte. Der studentische Wettbewerb fand in Kooperation mit Häcker Küchen aus dem ostwestfälischen Rödinghausen (Kreis Herford) statt.

Auf den ersten Platz wählte die Jury den Entwurf „LüttChen“ – ein Wortspiel aus „lütt“ (Plattdeutsch klein) und „kitchen“ (engl. Küche), mit dem die Gewinnerin Judith Bauhuis das Thema Esskultur und Kochen als Bildungs- und Erziehungsauftrag thematisiert und bereits die Kleinsten an eine gesunde, verantwortliche und sinnliche Nahrungszubereitung heranführen will. „Erobert hat sich dieser Entwurf den Siegerplatz durch den überraschend konzeptionellen Ansatz, die sorgfältige Recherche, die professionelle Präsentation und die in sich stimmige Ausarbeitung bis hin zu einer Wort-Bild-Marke“ so Jury-Mitglied Michael Dittberner, Leiter der Produktentwicklung bei Häcker Küchen. Judith Bauhuis‘ Entwurf wird nun als 1:1 Maßstabs-Modell realisiert und in der zweiten Jahreshälfte bei Häcker Küchen ausgestellt.Mit dem zweiten Platz wurde die Arbeit von Jan C. Kahre-Heidemann honoriert, dessen Entwurf sich einerseits mit der Achtsamkeit und Wertschätzung von Lebensmitteln auseinander setzt, sich aber auch ganz praktischen Fragen wie dem zunehmenden Online-Lebensmittelhandel und dem sich verändernden Konsumverhalten widmet. Platz drei belegte Anna Spielvogel mit ihrem Entwurf „Küchengeflüster“, mit dem sie vor allem die Flexibilität in kleinen Küchen fokussiert und die künftige Küche als Kommunikationsort zur Diskussion stellt.„Die Seminarzeiten waren geprägt durch Erkenntnisse über Lebensmittelverschwendung und dem Bewusstsein über wesentliche Essbedürfnisse im demografischen Gesellschaftswandel. Überwiegend entstanden Modulküchen, die nicht eingebaut sind, deren Flexibilität und Offenheit dem Variationswunsch Ihrer Nutzer entspricht“, erklärt Professorin Eva Filter, Projektleiterin für den studentischen Wettbewerb.

Anhand von Skizzen, technischen Zeichnungen, in aufwendiger Detailarbeit erstellten Modellen und der Projektpräsentation durch die Studierenden hatten die fünf Jury-Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Design die 25 Wettbewerbsbeiträge hinterfragt und bewertet. Sie waren positiv von der Vielfalt der unterschiedlichen Philosophien und Denkansätze überrascht. Professor Martin Beeh, Initiator des Studentenwettbewerbes und Jury-Vorsitzender: „Die drei Erstplatzierten konnten ihre Visionen am überzeugendsten in stimmige ‚Küchen-Geschichten‘ verwandeln. Allen dreien ist ein leidenschaftliches Interesse an Küche, Küchenkultur und den Werten, welche die Küche als Lebensmittelpunkt ausmachen, gemeinsam. Wir können von ihnen weitere fundierte Anregungen zum Lebensraum Küche erwarten.“ Alle drei Gewinner freuten sich über Reisegutscheine für eine Reise in das europäische Ausland.

Die Jury (alphabetisch)
Professor Martin Beeh, Leitung der Jury, ohne Stimmrecht, Hochschule Ostwestfalen-Lippe
Michael Dittberner, Leiter der Produktentwicklung, Häcker-Küchen
Heike Lorenz, Journalistin, Möbel-Kultur und Der Küchenprofi
Herbert Maisl, Leiter Produktmanagement, Grass GmbH, Höchst/Österreich
Brun Ringe, Design-Journalistin
Sven Schneider, Design-Strategie, Advanced Design/Miele Designcenter

Forschungsprojekt „kitchen miles and more“
Der Wettbewerb ist Teil des von der Hochschule OWL durchgeführten und von der Marketinggemeinschaft A30 Küchenmeile e.V., vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen und von der EU geförderten Projektes „kitchen miles and more“. Ziel der Projektförderung ist es, durch Designmanagement das kreative Potenzial für Produkt- und Projektentwicklungen optimal zu nutzen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Küchenmöbelindustrie zu stärken.
Das Projekt „kitchen miles and more“ unterstützt die Mitglieder der Marketinggemeinschaft A30 Küchenmeile e.V. bei der Entwicklung des strategischen und operativen Designmanagements. Zahlreiche Veranstaltungen wie Netzwerkabende, Fachseminare, das Designmanagement-Symposium und der Auftritt auf der Küchenmesse Living Kitchen vervollständigen das dreijährige Forschungsprojekt.
Das Projekt „kitchen miles and more“ wird gefördert durch die Europäische Union – Investition in unsere Zukunft – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen (MWEIMH).